Sonntag, 5. Juli 2009

Patientenverfügung 2. Teil

Der Bundestag hat überraschend doch ein neues Gesetz verabschiedet. Es stellt die Unterbrechung lebenserhaltender Maßnahmen wie der künstlichen Ernährung oder der künstlichen Beatmung nicht mehr unter Strafe.
Ein Rechtsanwalt, der noch unter dem alten Gesetz zu 10 Monaten mit Bewährung verurteilt worden war, sieht jetzt seiner Berufung zuversichtlich entgegen. Er hatte seiner Klientin geraten, den Schlauch für die künstliche Ernährung ihrer Mutter einfach mit der Schere abzuschneiden.
Wir machten uns an die Arbeit, dabei stellte sich heraus, dass zwei von dreien mit überholten Broschüren des bayrischen Innenministeriums arbeiteten. Es wird dauern, bis die neue Gesetzeslage im Text eingearbeitet ist. Wir werden deshalb selbst einen Zusatz dafür basteln.

Ganz übel wird mir bei der Sache, wenn ich lese, dass in der BRD 40 000 Menschen im Jahr wieder belebt werden- das ist die Bevölkerung einer großen Kreisstadt wie Freising- und dass der 80jährige Karikaturist Sempè monatelang im Wachkoma lag und jetzt wieder zeichnet.

Schließlich muß eine Patientenverfügung her.

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Donnerstag, 4. Juni 2009

Patientenverfügung

Der Bundestag verschiebt voraussichtlich das heiß dikutierte Thema Patientenverfügung auf die nächste Legislaturperiode. Die möglichen Einstellungen, pro und kontra Lebensverlängerung, lasse ich von zwei unterschiedlichen Temperamenten, dem lebenstollen Technik-Fan und dem bedächtigen, alle Vor- und Nachteile abwägenden Grünen, Esoteriker oder Liberalen, vortragen:

Typ 1
Gebt mir die Sonde,
ich bin nicht hinterm Monde,
steckt mich in ein Sauerstoffzelt,
wenn es mich nur am Leben erhält.

Ich will leben, leben, leben.
Mein Tod, mein Tod, mein Tod
erlöst nur euch aus eurer Not.

Typ 2:
Stoppt nicht mein Sterben,
ich will nicht an den Apparaturen hängen
gebt Medikamente nur,
um die Schmerzen zu verdrängen.

Pumpt mir kein Zeug in Nase oder Körper
Ich lass mich nicht am Sterben hindern.
Befeuchtet gegen den Durst Mund und Nase .
das kann die Schmerzen lindern.




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Montag, 11. Mai 2009

Reden über Krankheiten

Im Chrismon stand letztens drin, dass man einen, der über seine Krankheit reden will, anhören soll und nicht seine eigene Krankheitsgeschichte erzählen soll.
Im Prinzip mag das richtig sein, aber wenn sogar Männer in einem Wartezimmer über ihre Krankheisterfahrungen sich austauschen, finde ich das toll. Sonst sitzen gerade die Männer stumm herum und bringen den Mund nicht auf.
Ich frage direkt meine Spezln, welche Erfahrungen sie haben . Welchen Arzt können sie empfehlen? Welche Klinik erschien ihnen am besten? Ist die minimale operative Merhode am besten? Lohnt es sich bei Leistenbrüchen zum Spezialisten zu gehen? Ist der Arzt auf Operation aus?
Tausend Fragen ergeben sich, wo ich froh bin, wenn ich mehrere Meinungen bekomme.
Natürlich regt das hin- und wieder auch auf:
"Ich geh gar nicht mehr hin, die reden nur noch über ihre Krankheiten. Frühr waren es die Autos, dann die Weiber, schließlich die Aktien, jetzt ist es noch der Fußball und noch wichtiger die Krankheit," meinte ein Spezi und blieb endgültig weg.

Dienstag, 7. April 2009

Krankheitsgeschichten

Im vorletzten Chrismon wurde bemängelt, dass viele Leute sich die Krankheitsgechichten anderer Leute nicht anhören wollen, sondern sie noch übertrumpfen mit dem Tenor
"Bei mir war alles schlimmer."
Ich höre oft von meinen Spezln:
"Da kannst nicht mehr hingehen, die erzählen nur von ihren Krankheiten."

Ich geh gerne hin, ich frage um Rat:
Zu welchem Arzt soll ich gehen?
Welches Krankenhaus ist am besten für die und die Krankheit?
Was habt Ihr für einen Wert?( PSA-, Leber-, Cholesterin etc)
Was haltet ihr von Bludrucksenkern?
Ist was bekannt von Krankenhausinfektionen?


Die Leute sind bereit, Auskunft zu geben und haben oft viel Erfahrung, die sie einem ehrlich mitteilen.

Dienstag, 10. März 2009

Warten

Warten scheint die Hauptbeschäftigung im 4. Lebensalter zu sein. Ich hatte eine Kolik im Wiederholungsfall. Ich wurde vom Internisten in eine Klinik eingewiesen. Erst Warten in der Notaufnahme, dann Warten auf die Einweisung in eine Station. In der Station warten auf eine Untersuchung, die nüchtern durchzuführen war. Nach 6 Stunden Warten wusste ich nicht mehr, ist mir schwindlig, habe ich Hunger oder habe ich Schmerzen. Ich verschwand aus der Klinik, als mir nicht gesagt werden konnte, wann die besagte Untersuchung stattfinden könnte. Noch heute, von wem oder erst am nächsten Tag?
Rentner können warten, aber so wie es in England sein soll, wo man umso länger warten muss, je älter man ist, ist es bei uns noch nicht. In der nächsten Klinik klappte es nämlich ganz gut. Ich wurde nach 4 Stunden in ein Zimmer eingewiesen. Besagte Untersuchung war auch schon durchgeführt worden. Ich traf auf einen Zimmergenossen, der zum 5. Mal wegen derselben Sache in dieser Klinik war. Er fasste seine Erfahrung über die 5 Male zusammen:
"Die meinen , du hast Zeit. Du wartest, sie tun mit dir nichts. Erst wenn du zusammenbrichst, d.h. am Verrecken bist, dann fangen sie an zu laufen. Dann klappt es auch."

Sonntag, 1. Februar 2009

Wieviel Kinder braucht man, dass...

"Wieviel Kinder braucht man, dass sie die Eltern nach Schloß Elmau einladen?", fragte mich eine Frau, als wir mit Tochter, Schwiegersohn und Enkelkind mit sichtlichem Vergnügen eine ganze Woche lang auf Schloß Elmau zubrachten.
Ich überlegte kurz und sagte:
"Sechs."

Ich habe nun ein paar so völlig überraschende Ereignisse mit unseren Kinder zusammengestellt, wo ich mir sage: "Das wäre ohne Kinder nicht möglich."

1. Gemeinsamer Urlaub auf Schloß Elmau

2. Familientreff in den Allgäuer Alpen zum 40. Geburtstag einer der Töchter.

3. Organisation eines Familientreffs anläßlich der Antrittsvorlesung in Universitätsstadt

4. Gemeinsame Erkundung von Kanada mit dem Auto.

5. Übernahme schwieriger Steinmetzarbeiten für den Vater bei einem gemeinsamen Bildhauerkurs mit 2 Kindern.

6. Durchführung einer Wanderung zu einem oberbayrischen Berggipfel und damit Erfüllung eines langersehnten Wanderzieles.

7. Übernahme des Lesens eines schwierigen Buches und markieren der Stellen, die den Vater interessieren.

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Donnerstag, 8. Januar 2009

Email für die Ehefrau

Bis jetzt hat nur der Ehemann eine Emailadresse, aber jetzt hat der Schwiegersohn eine Emailadresse für die Ehefrau eingerichtet:
Grund:
Die Ehefrau ist Mitglied der Garchinger Hospizgruppe. Die Gruppe hat keinen Vorstand, sondern organisiert sich selbst im Rahmen der Nachbarschaftshilfe. Was liegt näher als die Zusammenarbeit der Gruppe mit Emails zu organisieren:
  • Nächste Zusammenkunft, Tagesordnung
  • Protokoll
  • Ausflüge und Veranstaltungen
So kommt man am ehesten ohne Vorstand und gewählten Protokollführer aus. Das Protokollschreiben wird reihum gewechselt. Allerdings gibt es eine Sprecherin, sie soll aber nicht in Verwaltungsarbeit ersticken.